In einer WG kommen Verträge aus verschiedenen Richtungen zusammen: Strom oder Internet laufen oft auf einer Person, andere Mitbewohner bringen ein Streaming-Abo oder eine Hausratversicherung mit. Wer welchen Vertrag hält und wer welchen Anteil zahlt, geht nach ein paar Monaten leicht durcheinander. In fynshare bildest du diese Mischung so ab, dass für alle nachvollziehbar bleibt, inklusive der Aufteilung der Kosten. Diese Anleitung führt dich Schritt für Schritt durch die Einrichtung: Haushalt erstellen, Mitbewohner einladen, ersten Vertrag erfassen und WG-Kosten fair aufteilen.
Was du brauchst
- Einen fynshare-Account (kostenlos unter app.fynshare.com)
- Mindestens einen Vertrag, den du mit den Eckdaten Anbieter, Preis, Zahlungsintervall erfassen willst
- Einen Weg, deine Mitbewohner zu erreichen: per QR-Code direkt vor Ort oder über einen Einladungslink, den du via Mail, WhatsApp oder Signal teilst
Die Einrichtung dauert etwa zehn Minuten. Wenn du vorab nur überschlagen willst, wer am Ende wie viel zahlt, kannst du das ohne Account mit dem kostenlosen WG-Kosten-Rechner tun.
1. Haushalt erstellen
Nach der Registrierung landest du auf einer leeren Übersicht. Klicke auf Haushalt erstellen und gib deinem Haushalt einen Namen. Zum Beispiel die Adresse oder ein Kürzel wie „WG Friedrichshain".
Der Name ist nur für dich und deine Mitbewohner sichtbar. Ändern lässt er sich später jederzeit.
2. Mitbewohner einladen
Im Haushalt findest du den Bereich Person einladen. Du hast zwei Wege, andere dazuzuholen:
- QR-Code zeigen: Sind alle gerade da, lässt du sie den Code direkt mit dem Handy scannen. Das geht in zehn Sekunden.
- Einladungslink generieren: Du erstellst einen Link und teilst ihn auf dem Kanal, der bei euch sowieso schon läuft: WG-Chat, Mail, Signal. Wer den Link öffnet, kommt direkt in den Beitrittsfluss.
Du kannst Mitbewohner auch erst später einladen. Verträge lassen sich auch in einem Ein-Personen-Haushalt anlegen, die Aufteilung der Kosten nimmst du dann später vor.
3. Ersten Vertrag erfassen
Ein Vertrag in fynshare besteht aus fünf Pflichtfeldern: Haushalt, Anbieter, Beschreibung, Preis und Zahlungsintervall. Klicke auf Vertrag erfassen und fülle sie aus:
- Haushalt: In welchem Haushalt soll der Vertrag liegen? Bei nur einem Haushalt ist er vorausgewählt.
- Anbieter: Zum Beispiel Vattenfall, Vodafone, Netflix. Tippen schlägt bekannte Anbieter vor.
- Beschreibung: Eine kurze Bezeichnung wie „Premium", „Family" oder „Hausrat", damit du später auf einen Blick siehst, welcher Vertrag gemeint ist.
- Preis: Der Gesamtbetrag, der pro Abrechnungszeitraum abgebucht wird.
- Zahlungsintervall: Wie oft wird abgebucht? Monatlich, alle drei, sechs oder zwölf Monate.
Der Abo-Inhaber ist die Person, die den Vertrag hält und gegenüber dem Anbieter dafür verpflichtet ist. Wer den Vertrag in fynshare erfasst, wird automatisch der Abo-Inhaber. Das passt zur juristischen Realität: Ein Vertrag verpflichtet nur die Beteiligten, die ihn abgeschlossen haben (§ 311 Abs. 1 BGB), und wirkt nur zwischen ihnen (Relativität der Schuldverhältnisse, § 241 Abs. 1 BGB). Gegenüber dem Anbieter haftet also die unterzeichnende Person, nicht der Haushalt. Wenn ein Mitbewohner einen Vertrag mitbringt, sollte er ihn also selbst eintragen.
Optional kannst du im selben Formular einen Vertragsbeginn und Daten zur Kündigung hinterlegen, um Erinnerungen zu bekommen. Für den Anfang kannst du diese Felder leer lassen oder Ohne Kündigung wählen und später ergänzen.
Mit Vertrag speichern ist der Vertrag im Haushalt sichtbar. Standardmäßig liegen die Kosten zunächst beim Abo-Inhaber, die Aufteilung machst du im nächsten Schritt.
4. WG-Kosten aufteilen
fynshare bietet drei Modi, um Vertragskosten in einer WG aufzuteilen: gleichmäßig, prozentual oder als Festbetrag. Öffne den eben angelegten Vertrag und wähle Bearbeiten unter Beteiligte & Kosten. Nun siehst du alle Mitglieder des Haushalts.
Aufteilung: Über die Checkbox aktivierst oder deaktivierst du jedes Mitglied einzeln. Wer keinen Haken hat, zahlt nichts. Sinnvoll, wenn ein Vertrag nicht alle betrifft, etwa ein Streaming-Abo, das nur zwei von drei Mitbewohnern nutzen.
Drei Modi zur Wahl:
- Gleichmäßig: Gleichmäßige Aufteilung bedeutet, dass der Betrag zu gleichen Teilen auf alle aktivierten Mitglieder verteilt wird. Häufigster Fall bei Strom und Internet.
- Prozentual: Du gibst pro Person einen Prozentsatz vor. Sinnvoll, wenn die Zimmer unterschiedlich groß sind oder eine Person mehr verbraucht.
- Festbetrag: Pro Person ein fester Euro-Betrag. Praktisch, wenn ihr euch außerhalb von fynshare auf konkrete Zahlen geeinigt habt.
Rundungsoptionen: Wenn ein Vertrag von 66,95 € durch zwei geteilt wird, zahlt eine Person 33,47 € und die andere 33,48 €. Wer solch krumme Beträge nicht mag, dem bietet fynshare zwei Rundungsmöglichkeiten: 0,50 € oder 1,00 €. Bei 0,50 € wird auf den nächsten halben Euro gerundet. Aus 33,47 € werden so 33,50 € für alle.
Was du jetzt im Haushalt siehst
Im Haushalt siehst du alle Mitbewohner, den ersten Vertrag, die Kosten des Vertrages und deinen Anteil. Deine Mitbewohner sehen dieselbe Übersicht, dieselben Verträge, dieselben Kosten, ihre Anteile.
Wer was zahlt, ist damit für alle nachvollziehbar. Damit ist der Grundstein gelegt: Jeder weitere Vertrag folgt demselben Schema.
Häufige Fragen
Was tun, wenn ein Mitbewohner über den Einladungslink nicht beitreten kann?
Prüfe, ob der Link noch gültig ist. Über die Mitgliederliste lässt sich jederzeit ein neuer Code oder Link generieren.
Kann ich den Abo-Inhaber eines Vertrags nachträglich ändern?
Aktuell nicht direkt. Wenn der Vertrag ursprünglich auf der falschen Person liegt, hilft am ehesten: Vertrag löschen und vom richtigen Mitbewohner neu erfassen lassen.
Was passiert, wenn ein Mitbewohner eingeladen, aber noch nicht beigetreten ist?
Du kannst den Vertrag schon anlegen und aufteilen. Die Verteilung greift, sobald die Person den Beitritt bestätigt. Bis dahin liegt ihr Anteil rechnerisch beim Abo-Inhaber.
Was passiert mit Centbeträgen bei der Aufteilung?
Genau dafür sind die Rundungsoptionen da. Stell die Rundung auf 0,50 € oder 1,00 €, dann bekommt der Abo-Inhaber den Rest. Das vermeidet krumme Beträge im WG-Chat.