fynshare ist live
Einmal im Jahr setzen meine Frau und ich uns hin und gehen durch, welche Verträge und Abos wir eigentlich haben. Wer zahlt was, was kostet wie viel, wo läuft was ein Vertrag aus. Das Ergebnis landet in einer Excel-Tabelle. Und nach spätestens zwei Monaten ist sie überholt weil ein neuer Vertrag dazu gekommen ist, zwei wurden in unserer letzten Runde vergessen und meine Frau fragt mich, wo ich die Datei abgelegt habe. Einmal war sie sogar komplett weg. Vielleicht war es meine Schuld, das bleibt aber unter uns.
Irgendwann fiel uns auf, dass niemand von uns Kündigungsfristen im Blick hatte. Nicht weil es uns egal war, sondern weil die Frage „Wann können wir da eigentlich raus?" jedes Mal im Sand verlief. Jemand müsste mal in den Vertrag schauen. Hat dann keiner gemacht und nächstes Thema.
So entstand die Idee: Es muss doch etwas geben, das dieses Problem löst. Eine Stelle, auf die beide zugreifen können, in der Zuständigkeiten und Kosten klar sind und die an Fristen erinnert, bevor es zu spät ist.
Als ich nach genau so einer Lösung gesucht habe, fand ich nichts. Und das war der Punkt, an dem aus dem Alltagsproblem ein Projekt wurde.
Am Anfang dachte ich, das wird überschaubar. Eine App, die Verträge im Haushalt organisiert. Kosten, Fristen, Zuständigkeiten. Klares Problem, klare Lösung und los geht's.
Dann habe ich angefangen zu bauen. Und mit jedem Thema, das ich aufgemacht habe, wurde klar, wie viel mehr dahintersteckt. Vertragslaufzeiten, die von Anbieter zu Anbieter anders funktionieren. Kündigungsfristen, die von Vertragsdatum, Laufzeit und Gesetzeslage abhängen. Kostenaufteilungen, die nicht nur mathematisch, sondern auch emotional funktionieren müssen. Dazu Bezahlung, Datenschutz, Technik, Gründungsrecht.
Es gab einen Punkt, an dem ich vor meinem Bildschirm saß und gedacht habe: Oh Gott, was tue ich hier?
Heute, am Tag des Launches, kann ich sagen: Es wurde nicht einfacher, aber mit jedem gelösten Thema hat sich bestätigt, dass genau diese Komplexität der Grund ist, warum bisher niemand eine gute Lösung für dieses Problem gebaut hat.
Warum dieses Problem niemand anpackt
Vertragsverwaltung im Haushalt klingt banal. Wer es beschreibt, erntet Schulterzucken: „Mach doch eine Excel-Tabelle." Wer es zu lösen versucht, versteht, warum Tabellen nicht reichen.
Ein Vertrag hat ein Startdatum, eine Laufzeit, eine Kündigungsfrist, einen Rhythmus, einen Inhaber, Mitnutzer, eine Zahlungsweise und möglicherweise Abhängigkeiten zu anderen Verträgen. In einem Haushalt mit zwei Personen und zehn Verträgen sind das über hundert Einzelheiten, die sich regelmäßig ändern. Eine Tabelle kann das abbilden. Aber niemand pflegt eine Tabelle mit hundert Details über Jahre hinweg.
Die Suchergebnisse bestätigen das: Excel-Vorlagen, Abo-Tracker, die keine Kostenteilung kennen, Tools für Unternehmen. Für Paare, WGs und Familien existiert praktisch nichts. Die Lücke ist nicht zufällig. Das Problem ist unauffällig genug, dass es niemand für lohnend hält, und komplex genug, dass eine schnelle Lösung nicht reicht.
Was ich dabei gelernt habe
In fynshare stecken Monate Arbeit. Vieles davon war Neuland — Technik, Zahlungsabwicklung, Gründungsrecht, Markenaufbau. Manches davon war frustrierend, bei vielem geht mir das Herz auf. Es gab Wochen, in denen ich an einem einzigen Problem hing und eine sinnvolle Lösung gesucht habe.
Ich bin stolz darauf. Nicht weil das Produkt perfekt ist. Es ist weit davon entfernt. Sondern weil der Prozess mir etwas beigebracht hat, das unabhängig davon Bestand hat, wie fynshare sich am Markt entwickelt. Die Spannung zwischen „das wird hier alles ziemlich komplex" und „aber genau das braucht doch eine Lösung" war die ganze Zeit da. Ich habe gelernt, damit zu arbeiten statt dagegen.
Was fynshare bewusst nicht ist
fynshare ist kein lautes Startup. Kein Produkt, das erklärt, wie man zu leben hat. Keine App, die mit Zahlen oder Benachrichtigungen Druck erzeugt.
fynshare will Ordnung schaffen. Klarheit. Und ein Stück Ruhe in ein Thema bringen, das für viele Menschen sensibel ist: Geld im gemeinsamen Alltag.
Jede Entscheidung im Produkt ist aus dieser Haltung getroffen worden. Wenn etwas nicht zur Marke passt, kommt es nicht rein, egal wie naheliegend das Feature klingt. Lieber weniger Funktionen, die gut funktionieren, als ein Bauchladen, der alles verspricht und nichts richtig löst.
Wie es weitergeht
fynshare ist live, aber nicht fertig. Dieses Produkt wird sich weiterentwickeln, Schritt für Schritt, orientiert an echter Nutzung und ehrlichem Feedback. Ich weiß, was noch fehlt. Ich weiß auch, was funktioniert. Beides gleichzeitig auszuhalten gehört dazu.
Wenn du fynshare ausprobierst, Feedback teilst oder einfach nur mitliest: Danke. Wirklich. Produkte entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie entstehen, weil Menschen sie nutzen, hinterfragen und mitdenken. Jede Rückmeldung hilft mir, fynshare besser zu machen.
fynshare ist jetzt öffentlich. Schau dich in Ruhe um.
Zum Einstieg: Gemeinsame Abos verwalten